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Pöstlingbergbahn: Eine der steilsten Adhäsionsbahnen der Welt

Die Pöstlingbergbahn fährt seit 29. Mai 1898 auf den Linzer Hausberg und ist mit einer Maximalsteigung von 11,6 Prozent eine der steilsten Adhäsionsbahnen der Welt. Seit der Verlängerung 2009 startet sie direkt am Linzer Hauptplatz, die Gesamtstrecke ist 4,14 km lang und überwindet 255 Höhenmeter in 20 Minuten. Die Bahn gehört zu den Linz AG Linien und ist ein zentraler Ausflugsklassiker seit über 125 Jahren.

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Pöstlingbergbahn: Eine der steilsten Adhäsionsbahnen der Welt

Pöstlingbergbahn: Die Linzer Bergbahn seit 1898

Wir haben die Pöstlingbergbahn zusammengestellt - eine der ältesten noch aktiven Bergbahnen Österreichs und eine der steilsten Adhäsionsbahnen der Welt. Am 29. Mai 1898 nahm die Bahn ihren Betrieb auf, nach nur zehn Monaten Bauzeit. Mit einer Maximalsteigung von 105 Promille (11,6 Prozent) war sie zu ihrer Zeit auf dem europäischen Kontinent einzigartig - und gehört bis heute zu den steilsten Adhäsionsbahnen der Welt. Seit der Verlängerung 2009 startet die Bahn direkt am Linzer Hauptplatz, fährt über die Nibelungenbrücke, Urfahr und die Steigung zum Pöstlingberg - insgesamt 4,14 Kilometer mit 255 Höhenmetern in rund 20 Minuten. Du kennst eine Pöstlingbergbahn-Geschichte, die hier fehlt? Schreib an redaktion@linzjournal.at.

Die Gründung 1898: Zehn Monate Bauzeit

Der Wunsch nach einer Bahn auf den Pöstlingberg (539 m) - den Linzer Hausberg mit der Wallfahrtsbasilika Sieben Schmerzen Mariä - entstand Ende des 19. Jahrhunderts, als Linz zur Industriestadt heranwuchs und Ausflugsziele für die wachsende Bevölkerung gesucht wurden. 1897 begann der Bau unter schwierigen geologischen Bedingungen - die Steigung ist so extrem, dass klassische Reibungs-Technik an ihre Grenzen kommt. Die Ingenieure wählten das Adhäsions-Prinzip (klassische Rad-Schiene-Reibung ohne Zahnradhilfe), verwendeten aber besonders hohe Rad-Achslasten und optimierte Reibungsflächen. Am 29. Mai 1898 wurde die Bahn offiziell eröffnet - damals noch mit einer Streckenlänge von 2.880 Metern zwischen der Talstation Urfahr und der Bergstation. Die erste Betriebsperiode war ein sofortiger Erfolg - Linz hatte sein eigenes Ausflugsziel mit Bergbahn-Anschluss erhalten. Mehr zur Bahn-Geschichte auf linzag.at/poestlingbergbahn.

2009: Verlängerung zum Hauptplatz

Über 100 Jahre lang startete die Pöstlingbergbahn an der Talstation in Urfahr - wer vom Linzer Hauptplatz wollte, musste mit der Straßenbahn oder zu Fuß über die Nibelungenbrücke kommen. Für die Kulturhauptstadt 2009 wurde die Strecke durchgängig bis zum Linzer Hauptplatz verlängert. Die Bahn fährt seither auf der Straßenbahn-Trasse durch die Innenstadt, über die Nibelungenbrücke, am Urfahranerkai entlang bis zur Talstation - dort beginnt die eigentliche Bergstrecke mit der starken Steigung. Die Gesamtlänge beträgt seit 2009 4,14 Kilometer - eine Kombination aus urbaner Straßenbahn-Strecke und historischer Bergbahn. Die neuen Triebwagen wurden für die Strecke eigens konstruiert - mit besonders starken Bremsen und angepassten Antrieben. Die Fahrzeit hat sich durch die Verlängerung auf rund 20 Minuten erhöht (vorher nur Bergstrecke in rund 10 Minuten).

Technische Daten: Steigung, Spurweite, Energie

Die Pöstlingbergbahn ist technisch einmalig:

  • Streckenlänge: 4,14 km (mit der Innenstadt-Verlängerung)
  • Höhenunterschied: 255 Meter
  • Maximale Steigung: 11,6 Prozent (bzw. 105 Promille) - einer der steilsten Adhäsionsbahnen weltweit
  • Spurweite: 900 mm (Schmalspur, abweichend vom Linzer Straßenbahnnetz mit 900 mm)
  • Stromsystem: 600 Volt Gleichstrom, Oberleitung
  • Fahrzeit: rund 20 Minuten (gesamt Hauptplatz-Pöstlingberg)
  • Taktung: Werktags 30 Minuten, Sommer-Wochenenden 15 Minuten zwischen 10 und 17 Uhr
  • Eröffnung: 29. Mai 1898
  • Verlängerung zum Hauptplatz: 2009

Für Adhäsionsbahn-Verhältnisse ist die Steigung extrem - zum Vergleich: klassische Straßenbahnen fahren maximal rund 6-7 Prozent Steigung. Die Triebwagen bremsen mehrstufig (elektrisch, mechanisch, Notbremse), damit die Abfahrt sicher ist.

Der Pöstlingberg: Was oben wartet

Am Ziel der Bergfahrt erwarten die Besucher:innen mehrere Attraktionen:

  • Wallfahrtsbasilika Sieben Schmerzen Mariä - erbaut 1738-1747, 1748 eingeweiht, seit 1919 Basilika minor. Barocker Kirchenbau mit reicher Geschichte.
  • Grottenbahn Pöstlingberg - 1906 eröffnet, Linzer Kinderland-Klassiker. Zwerge-Szenen, Märchenfiguren, beleuchtete Grotten. Eintritt: Erwachsene 6 Euro, Kinder 4,50 Euro (Stand April 2026).
  • Aussichtspunkt mit Panorama über Linz, die Donau, die voestalpine-Werksanlagen, die Umgebung. Bei klarem Wetter Sicht bis zu den Alpen.
  • Gasthaus Pöstlingberg - klassisches Linzer Ausflugsgasthaus mit österreichischer Küche
  • Jindrak-Filiale - Linzer-Torte-Konditorei, mehr im Linzer-Torte-Artikel
  • Wanderwege in die umliegenden Hügel, Richtung Hartkirchen und Ottensheim

Was Sie über die Pöstlingbergbahn wissen sollten

Tickets und Preise (Stand April 2026)

Für die Pöstlingbergbahn ist ein separates Ticket erforderlich - normale Linz-Linien-Tickets gelten nicht. Die Preise:

  • Einfache Fahrt Erwachsene: 4,80 Euro
  • Einfache Fahrt ermäßigt (Kinder 6-14 Jahre, Studierende): 2,40 Euro
  • Hin- und Rückfahrt Erwachsene: 8,00 Euro (App: 9,00 Euro mit Grottenbahn-Ticket)
  • Hin- und Rückfahrt ermäßigt: 4,00 Euro
  • Kombi-Tickets mit Grottenbahn und Zoo sind verfügbar

Tickets sind erhältlich: an Ticket-Automaten an der Hauptplatz-Station und der Bergstation, in der LinzMobil-App, in Trafiken, im LINZ-AG-Kundenzentrum Hauptplatz 34 und in der Tourismus-Information Altes Rathaus. Für Linz-Besucher:innen mit Touristenkarten (Linz Card) ist die Fahrt oft inkludiert. Mehr auf linzag.at/tickets.

Fahrplan: Werktag, Wochenende, Sommer

Die Fahrzeiten:

  • Montag bis Samstag: von Pöstlingberg ab 5:30 Uhr, vom Hauptplatz ab 6:00 Uhr - Abfahrten alle 30 Minuten
  • Sonn- und Feiertage: von Pöstlingberg 7:00-22:30 Uhr, vom Hauptplatz 7:30-22:00 Uhr - alle 30 Minuten
  • Sommer-Wochenenden (1. März bis 31. Oktober): Samstag, Sonntag und Feiertage zwischen 10 und 17 Uhr 15-Minuten-Takt

Die letzten Abfahrten am Pöstlingberg ins Tal sind jeweils rund 22:00-22:30 Uhr - für spät besuchende Ausflügler:innen rechtzeitig planen. Bei schlechtem Wetter (starker Schnee, Glatteis) kann der Betrieb eingestellt werden - aktuelle Informationen auf linzag.at/fahrplan.

Beste Zeit für die Fahrt

Für den besten Ausblick empfiehlt sich schönes, klares Wetter - insbesondere im Herbst nach einer Kaltfront oder nach Gewitter-Regen, wenn die Sicht ins Alpenvorland maximal ist. Sommer-Wochenenden sind sehr beliebt, Wartezeiten möglich. Sonnenuntergangs-Fahrten bieten besondere Stimmung über Linz. Für Fotoaufnahmen ist die Rückfahrt ab Pöstlingberg in die späten Nachmittagssonne optimal. Im Winter verwandelt sich der Pöstlingberg mit Schnee in ein besonders malerisches Ziel - allerdings ist die Bergbahn dann von gelegentlichen Wetter-bedingten Ausfällen betroffen.

Pöstlingberg kombiniert: Bahn, Basilika, Grottenbahn, Essen

Die typische Pöstlingberg-Tour dauert rund 3-4 Stunden:

  • Bergfahrt ab Hauptplatz (20 Minuten)
  • Besichtigung der Wallfahrtsbasilika (15-30 Minuten)
  • Grottenbahn-Besuch (30-45 Minuten, besonders mit Kindern)
  • Panorama-Spaziergang und Aussichtsplattform (20-30 Minuten)
  • Essen im Gasthaus oder Kaffee im Jindrak (30-60 Minuten)
  • Talfahrt (20 Minuten)

Für Linz-Besucher:innen mit Familie ist der Pöstlingberg eines der besten Tages-Ziele - Kombination aus Bahnfahrt-Erlebnis, Natur, Religionsgeschichte, Kinder-Attraktion und Linzer Gastronomie. Mehr Linz-mit-Kindern-Tipps im Linz-mit-Kindern-Artikel. Das Pöstlingberg-Motiv mit Basilika und Bergbahn prägt zahlreiche Linzer Ansichtskarten, Reiseführer und Stadt-Marketing-Bilder - neben voestalpine, Ars Electronica und der Donau gehört es zu den visuellen Ikonen der Stadt.

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