LINZ JOURNAL

Der Zoo Linz: Tiere, Preise und die beste Besuchszeit

Rund 600 Tiere aus etwa 100 Arten auf vier Hektar Hanglage, 365 Tage im Jahr geöffnet. Was der Eintritt kostet, ab wann sich die Jahreskarte rechnet, welche Programme es für Kinder gibt und warum die neue Südamerika-Anlage noch leer steht.

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Der Zoo Linz: Tiere, Preise und die beste Besuchszeit

Ein Zoo, den ein Verein 16 Jahre lang durchgesetzt hat

Linz war lange die einzige größere Stadt Österreichs ohne Tiergarten. Dass sich das änderte, geht auf den 1964 gegründeten Verein zur Schaffung naturkundlicher Einrichtungen in Linz zurück, der die Idee gegen Widerstände und Finanzierungslücken durchtrug. Eröffnet wurde der Tiergarten schließlich im Mai 1980, also 16 Jahre nach der ersten Initiative.

Das Gründungsleitbild lautete „Europäische Tiere, Haustiere und deren Urformen" - gedacht war an einen heimatkundlichen Tierpark, nicht an einen Zoo mit Exoten. Geblieben ist davon die Grundhaltung, dass hier nicht die größten Tiere gezeigt werden, sondern jene, für die vier Hektar Hanglage tatsächlich reichen. Das Gelände liegt auf halber Höhe des Pöstlingbergs, grenzt direkt an das Naturschutzgebiet Urfahrwänd und schaut über die Stadt und die Donau.

Wie aus dem Tierpark ein Klasse-A-Zoo wurde

Die Entwicklung lässt sich an wenigen Jahreszahlen ablesen. Ab 1984 leitete Hans-Werner Hamberger den Betrieb, 26 Jahre lang. 2009 erhielt der Zoo nach dem novellierten Tierschutzrecht den Status eines Klasse-A-Zoos, im selben Zeitraum entstanden die Erdmännchen-Anlage und das Tropenhaus. 2011 folgte das Haus der Artenvielfalt, 2016 der Bauernhoftierpark mit alten Haustierrassen.

Parallel dazu änderte sich der Anspruch: 2012 trat der Zoo der Österreichischen Zoo Organisation bei und verpflichtete sich damit auf wissenschaftliche Standards und die Teilnahme an Erhaltungszuchtprogrammen. Auch personell war Linz früh ungewöhnlich - Juliane Thurner übernahm 2011 die Leitung und war damals die jüngste Zoodirektorin Österreichs. Die Besucherzahlen zogen mit: von 104.384 im Jahr 2010 auf einen Höchstwert von 148.308 im Jahr 2019.

600 Tiere aus rund 100 Arten

Der Bestand umfasst laut Zoo Linz etwa 600 exotische und heimische Tiere aus rund 100 Arten. Auf den Freiflächen leben unter anderem Chapman-Zebras, Guanakos, Rote Pandas, Lemuren, Kängurus, Erdmännchen und mehrere Papageienarten. Im Haus der Artenvielfalt geht es eine Größenordnung kleiner weiter: Pfeilgiftfrösche, Warane, Webervögel und Vogelspinnen - jene Gruppen also, bei denen der Unterschied zwischen Zoo und Terrarium am wenigsten spürbar ist.

Wer mit kleinen Kindern kommt, verbringt die meiste Zeit erfahrungsgemäß beim Bauernhoftierpark und bei den Erdmännchen. Für ältere Kinder und Erwachsene ist das Haus der Artenvielfalt der interessantere Teil, weil dort erklärt wird, warum eine Art im Zuchtbuch steht und was das praktisch bedeutet.

Neu im Jahr 2026: ein Zebrafohlen und eine leere Anlage

Anfang Mai 2026 kam im Zoo ein weibliches Chapman-Zebra zur Welt. Es trägt den Namen Kipenzi, Suaheli für Schatz, und ist nach langer Zeit das erste Stutfohlen der Linzer Zebragruppe - züchterisch der wichtigere Teil der Nachricht, weil Steppenzebras auf der Roten Liste der IUCN als potenziell gefährdet geführt werden, vor allem wegen der Ausdehnung landwirtschaftlicher Flächen und der Wilderei. Die Oberösterreichischen Nachrichten haben den Nachwuchs im Frühjahr vorgestellt. Dazu kamen zuletzt ein Guanako-Hengst namens Maggi und doppelter Lemurennachwuchs.

Die größere Baustelle ist die Südamerika-Anlage. Eröffnet werden sollte sie am 24. September 2026, doch die geplanten Hauptbewohner dürfen vorerst nicht anreisen: Neue Regularien des europäischen Zooverbands EAZA, der die Zuteilung von Zootieren und die Erhaltungszuchten koordiniert, verhindern den Transport der Tapire nach Österreich. Der Zoo rechnet laut Bericht der OÖN vom August 2026 nun mit einer Eröffnung im Frühjahr 2027. Leer bleibt die Anlage trotzdem nicht: Im Herbst 2026 sollen die Wasserschweine einziehen. Wer die Tapire sehen will, muss den Besuch also auf 2027 verschieben - für alles andere ändert sich nichts.

Öffnungszeiten und Preise

Der Zoo hat 365 Tage im Jahr geöffnet, die Zeiten wechseln zweimal jährlich:

  • 1. April bis 31. Oktober: 9 bis 18 Uhr, Ausgang bis 19 Uhr
  • 1. November bis 31. März: 9 bis 16 Uhr, Ausgang bis 17 Uhr
  • 24. und 31. Dezember: Ticketverkauf nur von 9 bis 13 Uhr

Im Winter gilt eine angenehme Sonderregel: Sie dürfen unabhängig von der offiziellen Schließzeit bis zur Dämmerung bleiben. Tagestickets beginnen bei 7,00 Euro, Kinder bis fünf Jahre zahlen nichts. Die Jahreskarte startet bei 24,00 Euro als Scheckkarte und 21,00 Euro als Handy-Ticket; die Erwachsenen-Jahreskarte kostet vor Ort 51,00 Euro, mit der OÖ Familienkarte 48,50 Euro. Für Familien aus dem Ballungsraum rechnet sie sich damit ab dem dritten Besuch. Bei Kindergarten-, Schul- und Hortgruppen ist pro zehn Kindern eine Begleitperson frei. Tickets gibt es auch online.

Mini-, Midi- und Maxi-Tierpfleger: die Programme

Der Zoo betreibt ein umfangreiches Vermittlungsprogramm, das weit über Führungen hinausgeht. Die Kinderschienen sind nach Alter gestaffelt: Mini-Tierpfleger für 4- bis 6-Jährige beschäftigen sich mit dem Futter der Tiere, Midi-Tierpfleger für 7- bis 9-Jährige greifen selbst an und helfen beim Ausmisten, Maxi-Tierpfleger für 10- bis 13-Jährige bereiten in der Futterküche vor und bauen Beschäftigungsmaterial für die Gehege.

Für Erwachsene und gemischte Gruppen gibt es unter anderem die Nachtsafari, bei der mit Taschenlampen und Ultraschall-Detektoren nach Fledermäusen gesucht wird, Reptilienführungen im Winter, Fotokurse für Einsteiger und einen Sachkundenachweis-Kurs für künftige Reptilienhalter - der letzte Punkt ist im Alltag nützlicher, als er klingt, weil er vor Fehlkäufen bewahrt. Dazu kommen saisonale Termine: Kürbisschnitzen zu Halloween, Laternenbasteln und Martinsfest mit Umzug, Adventkranzbinden, Weihnachtsprogramm und ein Tierpatentag mit freiem Eintritt für Patinnen und Paten. Anmeldung und Termine laufen über den Veranstaltungskalender des Zoos.

Streichelgehege, Kiosk, Spielplatz

Der praktische Teil eines Familienbesuchs spielt sich im Bauernhoftierpark ab. Dort gibt es ein Streichelgehege mit Zwergziegen, eine Almhütte mit Blick über das Gelände und einen Kaninchentunnel, durch den Kinder auf Augenhöhe in die Anlage schauen. Neben dem Kiosk liegt der Spielplatz - das ist in der Regel die Stelle, an der ein Zoobesuch endet, ob man es geplant hat oder nicht. Außerhalb der Kiosk-Öffnungszeiten stehen im Eingangsbereich und beim Zoobuffet Automaten mit Getränken und Snacks.

Zwei weitere Schienen sind weniger bekannt. Die Zooschule macht den Tiergarten für einen Vormittag zum Klassenzimmer und arbeitet mit Schulklassen zu Biodiversität, Boden, Meerestieren und Säugetieren. Und über eine Tierpatenschaft lässt sich der Betrieb direkt unterstützen - möglich für Privatpersonen, Familien und Unternehmen; bei noch namenlosen Tieren kann gegen einen Aufpreis von 20,00 Euro der Name vergeben werden. Patinnen und Paten kommen einmal jährlich am Tierpatentag gratis hinein.

Anreise: mit der Bergbahn bis zur Station Tiergarten

Die Adresse lautet Windflachweg 1, 4040 Linz. Ohne Auto führt der bequemste Weg über die Pöstlingbergbahn: mit der Straßenbahnlinie 1, 2, 3 oder 4 zum Hauptplatz, dort umsteigen und bis zur Station Tiergarten fahren. Alternativ fahren die Postbus-Linien 250 und 251 vom Hauptbahnhof zur Haltestelle Tiergarten. Mit dem Auto ist ein Parkplatz vorhanden, an schönen Wochenenden im Sommer allerdings früh voll.

Zur Barrierefreiheit: Es gibt einen eigenen Behindertenparkplatz mit barrierefreiem Zugang, barrierefreie WCs und kostenlose Rollstühle nach Voranmeldung. Nicht rollstuhlgängig sind das Haus der Artenvielfalt und die Waldwege im hinteren Bereich - dort führen Stufen und steilere Passagen hinauf. Wer mit Kinderwagen kommt, sollte einplanen, dass das gesamte Gelände am Hang liegt und einige Wege spürbar ansteigen.

Was Sie hier nicht finden

Eine ehrliche Einordnung erspart Enttäuschungen: In Linz gibt es keine Elefanten, keine Großkatzen, keine Menschenaffen. Der Zoo hat sich nie als kleine Ausgabe von Schönbrunn verstanden, sondern hält Arten, für die eine überschaubare Fläche am Hang artgerecht funktioniert. Wer die großen Publikumstiere sehen will, fährt zum Tiergarten Schönbrunn nach Wien oder zum Zoo Schmiding bei Wels.

Der Gegenwert liegt in Dingen, die größere Häuser nicht bieten: kurze Wege, wenig Gedränge an Wochentagen, Tiere in Sichtweite statt hinter Gräben - und ein Panorama über die Donau, das kein anderer Zoo des Landes hat. Weil das Gelände an das Naturschutzgebiet Urfahrwänd grenzt, hören Sie im hinteren Teil mehr Vögel von außerhalb als von innerhalb der Gehege.

Wie viel Zeit Sie brauchen

Vier Hektar klingen nach wenig, das Gelände ist aber verschachtelt und steil - für einen vollständigen Rundgang mit Kindern sollten Sie zwei bis drei Stunden rechnen, ohne Kinder reichen anderthalb. Am ruhigsten ist es an Wintervormittagen unter der Woche, am vollsten an sonnigen Sonntagen zwischen 11 und 15 Uhr.

Zwei Dinge machen den Besuch besser: Kommen Sie zu den Fütterungszeiten, weil die Tiere dann sichtbar und aktiv sind, und planen Sie den Rückweg über die Bergkuppe. Von dort sind es wenige Gehminuten zur Grottenbahn und zur Aussichtsterrasse - eine Kombination, die aus einem Zoobesuch einen ganzen Ausflugstag macht. Weitere Ziele für Familien stehen im Beitrag Linz mit Kindern. Alle Preis- und Zeitangaben: Stand August 2026.

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