Hubert von Goisern: Der oberösterreichische Alpine-Rock-Musiker
Hubert von Goisern (geboren 1952 in Bad Goisern, bürgerlich Hubert Achleitner) ist einer der wichtigsten österreichischen Musiker der letzten Jahrzehnte, Erfinder des Alpine Rock mit Hits wie Hiatamadl (1992) und Brenna tuats guat (2011, Platin), tritt regelmäßig im Linzer Posthof und Brucknerhaus auf und prägt die oberösterreichische Musik-Identität seit den 1980ern.
Hubert von Goisern: Alpine Rock aus Oberösterreich
Wir haben Hubert von Goisern zusammengestellt - einen der wichtigsten österreichischen Musiker der letzten Jahrzehnte mit starkem Oberösterreich- und Linz-Bezug. Geboren am 17. November 1952 in Bad Goisern im Salzkammergut als Hubert Achleitner, hat Goisern mit seinem Alpine-Rock-Stil die österreichische Volksmusik-Tradition revolutioniert. Du kennst eine Goisern-Quelle, die hier fehlt? Schreib an redaktion@linzjournal.at.
Biografie: Vom Blasmusiker zum Alpine-Rocker
Hubert Achleitner wurde am 17. November 1952 in Bad Goisern (Salzkammergut, rund 80 km südöstlich von Linz) geboren. Schon mit fünf Jahren erklärte er seinen Eltern, er wolle Dirigent werden. Mit zwölf Jahren trat er in die örtliche Blaskapelle ein - der Einstieg in die österreichische Volksmusik-Tradition. Nach frühen musikalischen Wanderjahren (in Kapstadt, Südafrika und Kanada) kehrte er in den 1980er Jahren nach Österreich zurück. 1986 gründete er gemeinsam mit Wolfgang Staribacher die Band „Original Alpinkatzen" und nahm den Künstlernamen Hubert von Goisern an - eine Verweigerung der Zwei-Vornamen-Klassik zugunsten einer aristokratischen Geste mit ironischem Unterton. Die Alpinkatzen prägten den Stil: Rockmusik, kombiniert mit traditioneller Volksmusik-Elementen.
Der Durchbruch: „Hiatamadl" (1992)
Der große österreichische Durchbruch gelang Hubert von Goisern 1992 mit „Hiatamadl" - einem Rock-Song mit Jodler-Einlagen, Steirischer-Harmonika und intensivem Alpine-Rock-Sound. Das Lied wurde zum österreichischen Nummer-1-Hit und wird bis heute regelmäßig gespielt. „Hiatamadl" öffnete den Raum für eine neue Generation österreichischer Musik, die traditionelle Volksmusik mit zeitgenössischen Rock- und Pop-Elementen verband. Goisern wurde zum Aushängeschild der „Neuen Volksmusik" oder Alpine Rock - einer Bewegung, die die klassische österreichische Volksmusik aus der konservativen Ecke holte und für junge Publika attraktiv machte.
Die 1994er Alpinkatzen-Auflösung und die frühen 2000er
Nach einigen Jahren intensiver Touren löste Hubert von Goisern 1994 die Alpinkatzen auf - überfordert vom rasanten kommerziellen Erfolg. Er zog sich in eine künstlerische Pause zurück - arbeitete als Soloreisender, reiste durch Tibet, Ägypten und andere entfernte Regionen. Aus diesen Reisen entstanden in den späten 1990er und frühen 2000er Jahren weltmusikalisch orientierte Alben - mit Elementen aus Tibet, afrikanischer Musik und österreichischer Volksmusik verbunden. Goisern etablierte sich als einer der ersten „World-Music"-Komponisten Österreichs mit echtem, nicht nur dekorativem Interesse an fremden Musik-Traditionen.
Die Linz-Europa-Tour (2007-2008)
Ein besonderes Projekt war die Linz-Europa-Tour 2007-2008. Hubert von Goisern bereiste mit einem umgebauten Donauschiff die Donau von Linz bis zum Schwarzen Meer und zurück. Er legte in Häfen entlang der Route an, um mit lokalen Musiker:innen Konzerte für das Publikum am Ufer zu spielen. Die Tour war Teil des Kulturhauptstadt-Linz09-Vorlaufs und verband Linz musikalisch mit Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest und den Donau-Anrainerstaaten. Die Doku-Filme „Goisern goes East" dokumentieren die Reise. Für Linzer ist die Tour eine der kulturellen Gründungsgesten der Linz09-Kulturhauptstadt-Zeit. Mehr in unserem Linz09-Artikel.
„Brenna tuats guat" (2011): Der zweite große Hit
2011 gelang Hubert von Goisern ein zweiter großer Durchbruch mit „Brenna tuats guat" - einem gesellschaftskritischen Song, der sich gegen Verschwendung, Kapitalismus und Klimazerstörung wendet. Der Titel verwendet die oberösterreichische Mundart-Redensart „brenna tuats guat" (es brennt gut, ist aber eine höhnische Bemerkung zum Verbrennen von Geld/Ressourcen). Die Single hielt sich 5 Wochen an der Spitze der österreichischen Single-Charts und wurde mit Platin ausgezeichnet. Das zugehörige Album „Entwederundoder" war im September 2011 in den österreichischen und deutschen Albumcharts ganz oben platziert und erhielt im Januar 2012 Doppelplatin. Für Hubert von Goisern der größte kommerzielle Erfolg seiner Karriere, der ihn international in Erscheinung brachte.
Auftritte in Linz: Posthof, Brucknerhaus, Stadtfestivals
Hubert von Goisern tritt regelmäßig in Linz auf - mit Konzerten im Posthof, im Brucknerhaus und bei Linzer Stadtfestivals wie Linzfest. Seine Auftritte sind typischerweise schnell ausverkauft. Programm-Schwerpunkte: Alpine Rock mit Live-Band, Solo-Akustik-Programme, Musik mit Kollaborationen (Opern- und Klassik-Adaptionen). Mehr in unseren Livemusik-Linz-Guide und Musikszene-Artikel. Termine und aktuelle Tour-Informationen auf hubertvongoisern.com.
Hubert von Goisern und die österreichische Identität
Goiserns kulturelle Bedeutung liegt jenseits der rein musikalischen Erfolge. Er hat die österreichische Volksmusik entnationalisiert - befreite sie von Heimat-Kitsch und Tradition-Klischees und öffnete sie für weltmusikalische, kritische und zeitgenössische Einflüsse. Seine Verbindung von oberösterreichischer Mundart, alpinen Klangelementen, Rock-Instrumenten und kosmopolitischer Haltung ist in Österreich einmalig. Goiserns politische Positionen (Umweltschutz, gegen Rechtsextremismus, für kulturelle Offenheit) prägen auch die jüngere österreichische Musik-Szene. Für Oberösterreich ist er einer der wichtigsten kulturellen Botschafter der letzten 30 Jahre.
Was Sie über Hubert von Goisern wissen sollten
Goisern und Bad Goisern
Der Künstlername Hubert von Goisern verweist direkt auf den Geburtsort Bad Goisern am Hallstättersee im Salzkammergut. Bad Goisern liegt etwa 80 km südöstlich von Linz, per Auto in rund 90 Minuten erreichbar. Der Ort ist kulturell mit Goiserns Werk eng verbunden - seine Lieder spielen oft in Salzkammergut-Landschaften, die Musik verwendet alpine Harmonika- und Jodler-Traditionen der Region. Für Goisern-Fans empfiehlt sich ein Ausflug ins Salzkammergut mit Besuch von Bad Goisern, Hallstatt und dem Dachstein - eine klassische österreichische Alpen-Tour. Mehr zur Linzer Umland-Reise im Winter-Aktivitäten-Guide (Skigebiete) und Radfahren-Guide.
Diskografie-Höhepunkte
Wichtige Alben Hubert von Goiserns für Einsteiger. „Aufgeigen statt niederschiassen" (1992) - das Durchbruchs-Album mit „Hiatamadl". „Fön" (1998) - eines seiner experimentellsten Werke mit World-Music-Einflüssen. „Trad III" (2006) - drittes Volumen seiner Volksmusik-Neuinterpretationen. „Entwederundoder" (2011) - Doppelplatin-Album mit „Brenna tuats guat". „Federn" (2014) - sein späteres Studio-Album. Die Werke sind im deutschen und österreichischen Musikhandel verfügbar. Für Linz-Besucher:innen mit Interesse an österreichischer Popmusik ein guter Einstieg in die zeitgenössische österreichische Musik-Geschichte.
Linzer Auftritte planen
Hubert von Goisern hat meist eine Tour-Routine mit 1-2 Linzer Auftritten pro Jahr. Tickets sind typischerweise 2-3 Monate im Voraus ausverkauft. Vorverkaufs-Termine über posthof.at und brucknerhaus.at. Tickets 30-55 Euro je nach Venue und Platzklasse. Für besondere Anlässe wie Jubiläumskonzerte oder Präsentationen neuer Alben sind die Linzer Auftritte oft die ersten Tour-Termine - der oberösterreichische Bezug macht Linz zu einem natürlichen Ausgangspunkt. Mehr im Livemusik-Linz-Guide.
Goisern als Linzer Kulturkanal-Musiker
Neben Anton Bruckner (mehr im Bruckner-Artikel) ist Hubert von Goisern einer der wenigen österreichischen Musiker mit klarem OÖ-Bezug und internationalen Erfolgen. Beide haben Linz und Oberösterreich musikalisch auf die europäische Landkarte gesetzt - Bruckner mit klassischer Symphonik im 19. Jahrhundert, Goisern mit Alpine Rock im späten 20. und frühen 21. Jahrhundert. Für Linzer Musik-Fans eine interessante historische Paarung: beide kommen aus bescheidenen Verhältnissen, beide entwickelten einen unverwechselbaren eigenen Stil, beide blieben ihrer Region verbunden ohne provinziell zu werden. Mehr im Musikszene-Artikel.