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JKU Linz 60 Jahre: Festakt am Campus Auhof 2026

Die Johannes Kepler Universität Linz feierte am 8. Oktober 2026 ihr 60-jähriges Bestehen mit einem offiziellen Festakt in der Kepler Hall am Campus Auhof. Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft würdigten Oberösterreichs größte Bildungseinrichtung.

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Die Johannes Kepler Universität Linz (JKU) hat am 8. Oktober 2026 ihr 60-jähriges Bestehen mit einem offiziellen Festakt gefeiert. Schauplatz war die Kepler Hall am Campus Auhof im Nordosten von Linz - genau dort, wo seit Jahrzehnten Forschung und Lehre für Oberösterreich und weit darüber hinaus betrieben werden.

Zahlreiche Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik kamen zusammen, um dieses Jubiläum von Oberösterreichs größter Bildungs- und Forschungseinrichtung zu würdigen und gemeinsam auf künftige Aufgaben zu blicken. Wie die JKU in ihrer offiziellen Pressemitteilung festhält, standen dabei Rückblick und Zukunftsperspektive gleichermaßen im Mittelpunkt.

Musikalischer Auftakt und neuer Imagefilm

Der Festakt wurde musikalisch durch das Universitätsorchester eröffnet. Es spielte eine eigens für das Jubiläum in Auftrag gegebene Komposition von Helmut Rogl - ein Werk, das exklusiv für den 60. Geburtstag der JKU entstand und dem Abend von Beginn an einen feierlichen Rahmen gab.

Durch das Programm führte Moderatorin Prof.in Dr.in Christine Haiden. Im Anschluss an die musikalische Eröffnung gab ein neuer Imagefilm der JKU Einblicke in das Universitätsleben, die Forschungsschwerpunkte und den Alltag am Campus Auhof.

Grußworte richteten neben Rektor Stefan Koch auch Senatsvorsitzender Univ.-Prof. Dr. Andreas Gruber, die Vorsitzende des Universitätsrats Univ.-Prof.in Dr.in Katharina Pabel per Videobotschaft sowie Brigitte Hütter, Präsidentin der Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko) und Rektorin der Kunstuniversität Linz, an die Festgäste.

Rektor Koch: Auftrag, nicht nur Rückblick

Rektor Stefan Koch betonte in seiner Ansprache, dass das Jubiläum weit über eine bloße Bestandsaufnahme hinausgehe. Er sprach von „60 Jahren voller Ideen und mutiger Schritte nach vorne" und unterstrich, dass die Universität das Jubiläum nicht nur als Rückblick, sondern vor allem als Auftrag verstehe, neugierig zu bleiben und Zukunft mitzugestalten.

In einer eigenen Festrede blickte Univ.-Prof. Dr. Marcus Gräser, Vorstand des Instituts für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte an der JKU, auf die bewegte Vergangenheit der Universität zurück. Er ordnete deren Entwicklung im gesellschaftlichen und wissenschaftspolitischen Kontext ein und richtete dabei zugleich den Blick auf die Herausforderungen und Chancen der kommenden Jahrzehnte für den Hochschulstandort.

Prominente Stimmen aus Politik und Wissenschaft

Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ), zuständig für Frauen, Wissenschaft und Forschung, hob die besondere Qualität der JKU als Campusuniversität hervor. Sie betonte die Bedeutung des interdisziplinären Austauschs und verwies auf ihre eigene Studienzeit in Linz als prägende Erfahrung. Holzleitner sprach der JKU zudem „internationale Strahlkraft" zu.

Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) unterstrich die Bedeutung der Universität für den Standort: „60 Jahre JKU sind 60 Jahre Aufbruch, Fortschritt und Zukunft für Oberösterreich. Aus einer mutigen Idee ist eine international anerkannte Universität und ein entscheidender Motor für unseren Wissenschafts-, Wirtschafts- und Innovationsstandort geworden." Stelzer bezeichnete die JKU damit klar als unverzichtbares Element der oberösterreichischen Erfolgsgeschichte.

Linzer Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) hob seinerseits die zentrale Rolle der JKU für die Stadtentwicklung von Linz hervor. Die Universität sei seit sechs Jahrzehnten ein wesentlicher Teil der Identität und des Fortschritts der Landeshauptstadt.

Kunstwerk als bleibendes Geschenk

Ein besonderes Highlight des Festakts war eine Schenkung des Künstlers Wolfgang Stifter, ehemaliger Rektor der Kunstuniversität Linz. Er gestaltete vier Gemälde - eines für jede Fakultät der JKU. Die Werke werden künftig dauerhaft im Uni-Center vor dem Festsaal ausgestellt und sollen die vier Säulen der Universität - Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Technik und Naturwissenschaften, Rechtswissenschaften sowie Medizin - sichtbar machen.

Darüber hinaus stellte die JKU beim Festakt jene Menschen in den Mittelpunkt, die täglich hinter den Kulissen für den Universitätsbetrieb sorgen. In eigenen Gesprächsrunden kamen Vertreterinnen und Vertreter der Betriebsräte sowie der Österreichischen Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft (ÖH) zu Wort.

Von der Hochschule für Sozialwissenschaften zur Volluniversität

Die Geschichte der JKU reicht bis in die frühe Nachkriegszeit zurück. Nachdem 1962 das Bundesgesetz zur Gründung einer Hochschule für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften in Linz im Nationalrat einstimmig beschlossen worden war, erfolgte im Juli 1964 der Spatenstich für die ersten Gebäude am Gelände des Schlosses Auhof. Am 8. Oktober 1966 - genau 60 Jahre vor dem heurigen Festakt - eröffnete Bundespräsident Franz Jonas die neue Einrichtung offiziell. Zwei Tage später begann der Studienbetrieb.

Die ersten Studienrichtungen umfassten Soziologie, Sozialwirtschaft, Volkswirtschaft, Betriebswirtschaft und Rechtswissenschaften. Bereits 1969 wurde die Technisch-Naturwissenschaftliche Fakultät eingerichtet, die als erste in Österreich ein Informatikstudium anbot. Im Oktober 1975 erhielt die Hochschule im Zuge einer Universitätsorganisationsreform den heutigen Namen - benannt nach dem Astronomen Johannes Kepler (1571-1630), der zwischen 1612 und 1626 in Linz als Mathematicus an der Landschaftsschule gelehrt hatte. Die jüngste Erweiterung war die Eröffnung der Medizinischen Fakultät im Jahr 2014.

Jubiläumsjahr mit vielen Veranstaltungen

Der Festakt am 8. Oktober bildete den feierlichen Höhepunkt eines umfangreichen Jubiläumsjahres. Bereits im Frühjahr 2026 fand ein Open House am Campus statt, gefolgt vom zweiten JKU Sommerball am 12. Juni in der Kepler Hall, bei dem rund 2.000 Besucherinnen und Besucher das 60-jährige Bestehen feierten. Unter dem Motto „Zukunft - Gemeinsam für unsere Universität" wurde dabei auch ein klares Zeichen für die Bedeutung von Wissenschaft und Bildung gesetzt - angesichts der damals diskutierten Budgetkürzungen für Universitäten.

Zudem präsentierte sich die JKU vom 1. bis 6. Oktober mit dem Format „Wissen im Dialog" im „splace", dem Ausstellungsraum der Kunstuniversität Linz am Linzer Hauptplatz. Dort konnten Bürgerinnen und Bürger JKU-Forscherinnen und -Forscher aus unterschiedlichsten Disziplinen direkt befragen und sich über aktuelle Forschungsthemen informieren - von Künstlicher Intelligenz bis hin zu gesellschaftspolitischen Fragen. Eintritt frei, Standort: Hauptplatz 6, 4020 Linz.

Heute zählt die JKU rund 27.000 Studierende an vier Fakultäten und sechs Schools, darunter das Linz Institute of Technology. Damit ist sie nicht nur Oberösterreichs größte Universität, sondern auch einer der bedeutendsten Forschungs- und Bildungsstandorte im gesamten deutschen Sprachraum. Stand: 10. Oktober 2026.